Sonntag, 22. April 2012
Von Anfang an
Als ich angefangen habe mein Leben zu ändern habe ich 110 kg gewogen.
Ich war so entsetzt und habe gar nicht verstanden wie das nur passieren konnte. Mein erster Gedanke war Ich esse doch gar nicht viel, aber das Resultat auf der Waage bewies mir soeben das Gegenteil!
Ich war mich bewusst, so konnte es nicht weitergehen. Also fing ich an in mich zu gehen und wie Wurzel allen Übels in meinem Leben zu finden.
Als erstes viel mir meine Kindheit ein, die ziemlich kalorienreich war, um es beim Wort zu nennen.
Immer gab es Süßigkeiten, es stand uns frei und gut erreichbar zur Verfügung, wann immer wir wollten. Stets recht fettreiches Essen wie Pommes oder einen Braten am Sonntag. Immer hatten wir Limonadengetränke zur Hand, wie z.B. Coca Cola und Zitronenlimonade. Aber auch der morgendliche Frühstückskakao und das Nutella-Brot gehörten ganz alltäglich dazu.
Meine Eltern haben sich nie ernsthafte Gedanken darum gemacht, ob dies gut ist für die Kinder oder nicht. Meine Mutter sagte stets, dass es uns an nichts fehlen soll und, dass sie es ja nur gut meine.
Ein netter Gedanke, aber leider tödlich für die Gesundheit eines Kindes und die damit später auftretenden Probleme.
Als erstes machte sich dieser Lifestyle bei meinem Bruder bemerkbar, vor allem als er in die Pubertät kam. Er bekam einen sehr dicken Bauch und wurde unbeweglich. Sein Glück war ein arrangierter Trainer in dem Ruderverein, in welchem ich und mein Bruder waren. Dieser Trainer ermutigte meinen Bruder über sein Essverhalten nachzudenken und sein Gewicht zu reduzieren, andernfalls wäre er zu dick um mit der Mannschaft an Wettkämpfen teilnehmen zu können. Dies genügte als Ansporn für meinen Bruder, er aß nur noch Müsli und Obst. Er hat den Absprung, wie ich es heute nenne, rechtzeitig geschafft.
Leider hatte ich nie das Durchhaltevermögen wie er. Immer wieder versuchte ich auch mein stetig wachsendes Gewicht zu reduzieren. Doch sobald ich es geschafft hatte mein Gewicht leicht zu reduzieren und sogar sportlicher und beweglicher zu werden, verfiel ich in die alten Gewohnheiten zurück und damit war auch aller Erfolg wieder verloren. Heute weiß ich, dass es ein recht aussichtsloser Kampf ist, wenn man in einer Familie aufwächst die umgeben vom schlechten Essen war. Immer war die Verführung in greifbarer Nähe, und als Teenager war ich noch nicht gefestigt genug um endlich mein Leben zu ändern.
Besser wurde dies als ich in eine eigene Wohnung gezogen bin, obwohl hier die Probleme erst richtig losgingen. Mein sehr knappes Budget zwang mich leider oft zu Pizza und reichlich Nudeln. Wenn jemand zu mir sagt, du kannst auch mit wenig Geld gut Essen, hielt ich diesen jemanden für verrückt!
Light-Produkte waren meine Antwort! Das dachte ich zumindest, aber man muss nur die Nährwerttabellen auf den Produkten vergleichen um zu wissen, dass es einfach nicht stimmt, was diese Produkte versprechen.
Ich wusste weder ein noch aus, und war völlig hilflos. Immer wieder viel ich in alte Gewohnheiten und somit auch in mein altes Gewicht zurück. Die Kommentare meines damaligen Arztes waren auch nicht grad hilfreich, weniger Essen und mehr bewegen, dass war alles was ich zu hören bekam.
Heute, soviele Jahre später weiß ich eines ganz genau: Es bedarf viel mehr als nur weniger Essen und Sport!
Dabei sollte man sich ganz zentrale Fragen stellen: Was will ich essen? Wie viel brauche ich wirklich? Wo kommt mein Essen her und wie hat es vorher gelebt? Was fehlt meinem Körper eigentlich?
Immer intensiver habe ich mich mit dem Thema Ernährung beschäftigt. So konnte ich meine Fehler ganz genau analysieren und auch endlich beheben.
Seit zwei Jahren arbeite ich an meinem ganz persönlichen, gesünderen und sportlicheren Lifestyle.
Mein Gewicht konnte ich bis jetzt erfolgreich von 110 kg auf 88kg reduzieren. Es war ein verdammt harter Weg bis hier hin und er ist noch lange nicht vorbei.
Mein Ziel ist es auf ein gesundes Gewicht von 65kg zu kommen. Bis dahin ist es noch ein weiter Weg, welchen ich gerne in diesem Blog festhalten will. Vor allem um anderen Mut zu geben: Macht weiter! Gebt nicht auf! Ihr könnt es alle schaffen!